Herzlich willkommen

bei Lebensquell – Kloster St. Dominikus. Ein Ort, wo Menschen ihrer Sehnsucht nachspüren. Ein Ort, wo wir die biblischen Geschichten mit der eigenen Lebensgeschichte verweben. Ein Ort, wo wir die Geschichten ernst nehmen und der Frage nachgehen: „Wenn alle träumen, wovon träumst du?“

Am Anfang war die Sehnsucht

Viele Menschen suchen Antworten auf die Fragen im Leben: Woher komme ich? Wozu bin ich geboren? Wohin gehe ich?

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Für Menschen mit Durst und Sehnsucht

Fühlen Sie sich eingeladen sich an unserer Quelle zu erquicken, das in Ihnen zu „bewässern“, was sich nach Quellwasser sehnt, davon zu trinken und zu wählen, was ihren Durst nach Lebendigkeit und Leben – nach Gott – zu stillen vermag.

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… zum Nachsinnen über Gott und unser menschliches Leben: Neue Gedanken aufnehmen, offen bleiben für andere Perspektiven, auf der Suche nach dem Lebendigen bleiben, Quellen entdecken …

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Siebenquell

Kann Advent heute noch gelingen? Nicht wenn die Innerlichkeit fehlt dazu ein Impuls von Siebenquell von Rosemarie Monnerjahn Sie finden ihn unter: www.siebenquell.de (Zentrum für Narrative Theologie)... mehr lesen

Abendgedanken

Geboren um zu leben

An den 3 Abenden im Advent werden wir über drei biblische Personen nachdenken. Es sind Abraham, Mose und Jesus. Vielleicht fragen Sie sich: warum gerade diese Menschen? Was haben Abraham und Mose mit dem Advent zu tun?
Es geht um Verheißung und um Befreiung. Und das sind sehr adventliche Themen.
In diesen Wochen hören wir Worte vom Propheten Jesaja, der uns verheißt dass ein Kind kommen wird, das uns befreien wird.
Jedoch beginnt die Verheißung Gottes viel früher, bei Abraham und Sara. Und: Sie ist noch nicht zu Ende, diese Verheißung. Sie wird wahr in jedem Kind, in jedem Menschen, der heute zur Welt kommt. Und: Sie will Wirklichkeit werden in jedem von uns!
Verheißung – Befreiung – Erfüllung. Das ist das große Anliegen Gottes mit seinen Menschen. Das sagen uns jedenfalls die biblischen Erzähler.
Und wir? Kennen wir diese Themen nicht auch in unserem Leben?
Wir werden geboren und kommen in diese Welt mit einer Verheißung, mit einer Lebensbotschaft, mit einer Gottesbotschaft
Sie kennen vermutlich den Satz: „Jedes neugeborene Kind ist die Beweis, das Gott diese Welt nicht aufgegeben hat “

Abraham – Seine Geschichte gehört zu den ältesten der biblischen Erzählungen. Warum erzählen wir sie heute noch? Warum werden die Geschichten seines Lebens heute noch in der Liturgie gelesen? Was haben wir mit den Erfahrungen Abrahams zu tun? An welche Botschaft sollen wir uns erinnern?

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Abraham denken?
• Ein Mann, der von Gott aus seinem Heimatland Ur weggerufen wird und in die Fremde zieht?
• Ein alter Mann, der keine Kinder hat und dem Nachkommen versprochen werden „so zahlreich wie die Sterne am Himmels“?
• Der Mann, der den König belügt, und damit die Ehre seiner Frau aufs Spiel setzt?
• Die Frau Abrahams, die mit über 90 Jahren einen Sohn bekommt?
• Hagar, die Magd Saras, mit der er den ersten Sohn Ismael zeugt?
• Der Vater, der seinen leiblichen Sohn Isaak opfern will?
• Andreij Rubeljows berühmtes Gemälde vom Besuch des dreifachen Gottes unter den Eichen von Mamre?

Abrahams Leben kennt viele Umwege und auch Irrwege. Er ist ein Mensch wie Sie und ich. Er ist der Ur-Vater unseres Glaubens. Es geht nicht um Unfehlbarkeit, es geht nicht um einen schönen, perfekten Lebensweg. Wir alle wissen nur viel zu gut, dass es das nicht gibt; für niemanden in dieser Welt.

Auch der Ur-Vater unseres Glaubens hatte Fragen an seinen Gott,
 er kannte Zweifel an dem, was Gott ihm zugesagt hat
 er haderte mit diesem Gott, weil ein Leben ohne Nachkommen für ihn ein sinnloses Leben war
 er deutete das Anliegen Gottes falsch und glaubte seinen leibhaften Sohn töten zu müssen
 Abraham kannte Angst um sein Leben und erlag der Versuchung durch eine Lüge davonzukommen
 aber er verhandelte auch mit seinem Gott, um der Gerechten willen; er widersprach ihm und setzte sich ein für das Leben!
 er glaubte dem, was Gott ihm zusagte und er handelte!

Abraham war ein Mann der mit Gott lebte. Er glaubte Gott und vertraute ihm. Er redete mit seinem Gott und Gott redete mit ihm. Die Erzählungen lassen uns ahnen, dass es zwischen Gott und Abraham eine lebendige Beziehung gab.

3x wird davon erzählt, dass Gott Abraham Leben verheißt; 3x spricht Gott eine Verheißung aus, 3x sagt er Abraham zu, dass Leben hier und heute beginnt und nicht enden wird.
Abraham ist ein reicher Nomade mit viel Besitz, er hat Herden und Knechte; er ist ein Wanderer, immer unterwegs durch die Steppe, auf der Suche nach guten Weideplätzen für seine Tiere. Er wohnt, arbeitet und schläft unter freiem Himmel.
Und die Bilder, mit denen Gott seine Verheißung zusagt, sind Abraham sehr vertraut: Der Staub der Erde (Gen 13,16) und die Sterne am Himmel (Gen 15,5).
Und noch eines wird mehrmals erwähnt: „Ich will dich zu einer großen Nation machen. Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ (Gen 12, 1-3).
Abraham stellt Gott Fragen, wie eine solche Verheißung wahr werden kann, da er doch keine Kinder hat. Und Gott sagt: „Dein eigener Sohn wird dich beerben. Deine Nachkommen werden so zahlreich sein wie die Sterne am Himmel“ (Gen 15,4).

Abrahams Anteil an dieser Verheißung Gottes wird auch genannt: „Er glaubte dem Herrn und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an“ (Gen 15,6). Gerecht ist, Gott Gott sein zu lassen und seinem Wort Glauben zu schenken.

Dann schließt Gott mit Abraham einen BUND (Gen 15,18), er geht eine Beziehung mit ihm ein, die einer Liebesbeziehung gleich kommt.
Das ist es, was Gott sich für seine Menschen wünscht, das wir eine Beziehung mit ihm eingehen, eine lebendige, eine lebendig-machende Beziehung.
Ihm liegt nicht daran, dass wir Regeln einhalten! Regeln sind für unser menschliches Zusammenleben hilfreich und nötig, aber nicht nützlich für die Beziehung zwischen Gott und uns.
Wenn Gott einen BUND mit uns Menschen schließt kommt das einer Liebeserklärung gleich! Sein Anliegen ist eine Beziehung auf Augenhöhe, wie unter Freunden.
Die Verheißung an Abraham wiederholt Gott noch einmal bei seinem Sohn Isaak.
„Weil Abraham gehört hat, weil er glaubte, was ich ihm verheißen habe, werden deine Nachkommen zahlreich sein wie die Sterne am Himmel. Ihnen werde ich all diese Länder geben. Mit deinen Nachkommen werde ich segnen alle Nationen der Erde.“ (Gen 26,1-6).

Und ein drittes Mal wiederholt Gott seine Verheißung bei Isaaks Sohn Jakob: „Deine Nachkommen werden so zahlreich sein wie der Staub der Erde. Durch dich und deine Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Ich bin mit dir! Ich behüte dich! Ich verlasse dich nicht!“ (Gen 28,13-15)
Das sind Worte eines Gottes, dem wir Menschen am Herzen liegen. So spricht niemand, der sich Diener oder Knechte und Mägde hält.

Schön, mögen Sie nun denken, und was hat das mit meinem Leben zu tun?
Diese Verheißung an Abraham, Isaak und Jakob ergeht nicht nur an sie als Menschen der Anfänge. Diese Verheißung ist ihnen stellvertretend für alle nachgeborenen Menschen zugesagt. Die Worte Gottes gelten auch uns, Ihnen und mir.

Aber die Bilder wollen gedeutet werden. Nachkommen sind nicht nur die leiblichen Söhne und Töchter und das verheißene Land von Ost bis West, von Nord bis Süd ist nicht nur geografisch gemeint. Was Gott uns hier sagen will meint mehr, als das, was wir mit unseren Augen sehen können. Nachkommen, Söhne und Töchter können auch die Früchte sein, die unser Leben hervorbringt.

 Das was wir tun, will fruchtbar werden, will sich vermehren. Gute Taten finden oft Nachahmer, motivieren andere auch Gutes zu tun.

 Das, was wir reden, wirkt auf eigene Weise. Ob es Leben bewirkt, ob es uns und andere lebendiger macht, haben wir selbst in der Hand. Wir entscheiden darüber, was über unsere Lippen kommt und damit entscheiden wir auch darüber ob wir Segen oder Unheil hervorrufen. Auch das sind sozusagen unsere Kinder.

 Und alles beginnt mit unseren Gedanken, mit dem, was wir im Herzen tragen. Es beginnt mit der Frage: „Wovon lasse ich mich berühren und was bewegt mich?“ Was darf in mir wachsen und reifen? Welche Früchte möchte ich denn hervorbringen?

 Mit unseren Gedanken rufen wir Worte hervor. Unsere Worte werden zu Taten. Damit können wir ein ganzes Land beeinflussen. Wir erleben es bei politischen Parteien, bei der Presse genauso wie in Freundeskreis.

Auch uns ist ein Land verheißen – so wie Abraham. Ob wir in ein Land gehen, das fruchtbar ist und uns Leben schenkt, ob wir uns ausbreiten mit unseren guten Gedanken, hängt nicht von Gott ab, sondern von unserem Zutun. Er hat uns alles mit in die Wiege gelegt um in diesem Land Leben zu gestalten. Wie fruchtbar es wird entscheiden wir!
Gott will unser Leben, ein echtes und lebendiges Leben. Darum gibt es uns, darum wurden wir geboren. Aus Gott geboren sind nicht nur Abraham, Isaak und Jakob. Aus Gott geboren ist nicht nur Maria, deren Fest wir heute feiern. Aus Gott geboren sind auch Sie und ich! Aus Gott geboren sind wir alle. Aus Gott geboren sind wir, um aus Gott zu leben!
Sr.M.Josefa op

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