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Abendgedanken

Geboren um zu leben / 2
Heute geht es um Mose und den Gott der Befreiung. Das Wort Befreiung mag unterschiedliche Bilder in uns hervorrufen:
• Länder, die von fremden Herrschern regiert werden wollen Unabhängigkeit
• Menschen, die als Sklaven verkauft werden und für andere arbeiten müssen, sehnen sich nach Befreiung
• Gefangene im Gefängnis wollen wieder in die Freiheit entlassen werden
• Freiheit am Arbeitsplatz meint eigenständig arbeiten und mit entscheiden können
• in Familien befreien sich Jugendliche oft aus den vorgegebenen Strukturen
• der Mann, die Frau möchten sich befreien von einem autoritären Partner
• eine Krankheit kann uns gefangen halten und unser Verlangen ist es, davon frei zu werden
• und auch in unserer Seele kennen wir Zwänge, von denen wir uns befreien möchten
Freiheit und Gefangenschaft sind ein Menschheits-Thema. Zu allen Zeiten bis heute sind wir damit konfrontiert. Das bedeutet nicht, dass wir diesem Thema hilflos ausgeliefert wären, das es sich nicht lohnen würde, für die Freiheit zu kämpfen und sich dafür einzusetzen.
Im Gegenteil: ein Menschheits-Thema fordert uns alle heraus damit umzugehen, daran zu arbeiten, Wege zu suchen, die in die Freiheit führen.
Die einen engagieren sich auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene, andere an ihrem Arbeitsplatz, wieder andere nach ihren Möglichkeiten am Ort wo sie leben oder im Freundes – und Familienkreis dem sie angehören. Und dann gibt es noch die Arbeit an der persönlichen Freiheit.

Mose, ein Mann, dessen ganzes Leben geprägt war von Gefangenschaft, Befreiung und Freiheit.
Lassen Sie mich die biblische Geschichte von Abraham bis Mose kurz skizzieren. Abrahams Sohn Isaak heiratet Rebekka. Ihnen werden die Zwillinge Esau und Jakob geboren. Esau ist der Erstgeborene und damit der Erbe. Jakob erschleicht sich das Erstgeburtsrecht und betrügt seinen Bruder auch noch um den väterlichen Segen. Daraufhin flieht er zu seinem Onkel Laban in ein fernes Land. Für diesen Onkel muss er arbeiten und dann noch mal 2 x 7 Jahre für die beiden Töchter Lea und Rahel, die er heiratet. Er kehrt zu seinem Bruder Esau zurück und die beiden versöhnen sich.

Jakob bekommt von Gott den Namen Israel. Er hat 12 Söhne von seiner Frau Lea, die später zu den 12 Stämmen Israels werden. Zwei weitere Söhne, Josef und Benjamin stammen von seiner Frau Rahel, die er mehr liebt als Lea. Zwischen den 12 Söhnen Leas und Josef gibt es Spannungen und Eifersucht. Jakob liebt Josef mehr als die Brüder. Die Brüder verkaufen Josef nach Ägypten, dort lebt er zunächst als Sklave. Später kommt er an den Hof des Pharaos und wird zu einem angesehenen Verwalter. Eine Hungersnot führt die Brüder nach Ägypten, wo sie von Josef Getreide kaufen. Der Pharao schätzt Josef sehr und darum kann Josef seine ganze Familie nach Ägypten holen. Die Israeliten sind im Land gern gesehen, vermehren sich und werden ein großes Volk, so wie Gott es Abraham verheißen hat.
Jahrzehnte später fühlt sich ein nachfolgender Pharao von diesem Volk bedroht und er macht sie zu seinen Sklaven. Dazu befiehlt er, dass alle männlichen Nachkommen getötet werden müssen.

Mose wird in diese Zeit hineingeboren. Sie kennen die Geschichte vom Schilfkörbchen, in dem er am Nilufer ausgesetzt wird. Die Tochter des Pharaos findet Mose in diesem Körbchen und nimmt ihn mit nach Hause. Mose, das Hebräerkind, wächst im Haus des Pharaos auf und genießt damit eine besondere Stellung. Alle seine Brüder müssen als Sklaven arbeiten. Als Mose als erwachsener Mann sieht, wie seine Brüder von den Ägyptern behandelt werden, mischt er sich ein und erschlägt einen Ägypter. Daraufhin flieht er in die Wüste und lässt sich dort für viele Jahre nieder.

In der Bibel lesen wir: „Nach vielen Jahren starb der König von Ägypten. Die Israeliten stöhnten noch unter der Sklavenarbeit; sie klagten, und ihr Hilferuf stieg aus ihrem Sklavendasein zu Gott empor. Gott hörte ihr Stöhnen, und Gott gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Gott blickte auf die Söhne Israels und gab sich ihnen zu erkennen.“
Mit diesem BUND, den Gott mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hat, geht Gott eine Beziehung ein. Er schließt keinen Vertrag ab. Ein BUND meint eine persönliche Beziehung auf Augenhöhe, ist wie eine Partnerschaft, wie eine tiefe Freundschaft, die Gott mit seinen Menschen schließt.
An diesen BUND muss Gott denken, als er die Israeliten schreien hört. Es ist ihm nicht egal, wie es seinem Volk geht. Und er handelt.
Gott zeigt sich dem Mose am brennenden Dornbusch. Er gibt ihm den Auftrag, das Volk aus der Sklaverei Ägyptens herauszuholen.
Gott will freie Menschen, keine Diener, keine Sklaven. Ohne Hilfe von außen vermögen sie sich nicht zu befreien. Es braucht das Eingreifen Gottes. Es braucht einen Gott dessen Herzensanliegen es ist, das seine Menschen frei sind. Und es braucht Menschen, die in Freiheit leben wollen. Mose ist sich seiner schwierigen Aufgabe bewusst. Er würde sie gerne einem andern überlassen. Der Pharao wird seine Sklaven, billige Arbeitskräfte, nicht freiwillig entlassen. Und ob die Israeliten ihm glauben und ihre Heimat verlassen werden ist auch nicht mit Gewissheit zu sagen.
Ich bin mit dir! Ich behüte dich! Ich verlasse dich nicht!“ Das sind Worte von Gott. Das sind Worte eines Gottes, dem wir Menschen am Herzen liegen. So spricht niemand, der sich Diener, Knechte und Mägde oder gar Sklaven hält. Auch uns gilt diese Zusage: Ich bin mit dir! Ich behüte dich! Ich verlasse dich nicht – egal wohin du gehst!
Mit Hilfe seines Bruders Aaron gelingt es Mose die Israeliten davon zu überzeugen, dass es für sie ein Leben in Freiheit gibt und dass Gott sie auf dem Weg in die Freiheit begleiten und leiten will.
Für den Pharao ist es zunächst undenkbar das Volk frei zu lassen. Er will nicht! Doch er rechnet nicht mit dem Gott des Volkes Israel. Dieser Gott zwingt ihn sozusagen in die Knie. Er muss nachgeben und das Volk aus seiner Sklaverei entlassen.

Auf dem langen Weg in das versprochene Land, müssen die Israeliten durch das Rote Meer. Angesichts der Gefahr die ihnen droht – die ägyptische Armee ist hinter ihnen her und wird sie vermutlich einholen – kommen ihnen die ersten Zweifel, ob es so eine gute Idee war, die Freiheit zu wählen. Zu Mose sagen sie:
„Was hast du uns da angetan?
Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt?
Haben wir dir nicht gleich gesagt: Lass uns in Ruhe!
Wir wollen Sklaven der Ägypter bleiben;
denn es ist für uns immer noch besser Sklaven zu bleiben,
als in der Wüste zu sterben.“

So ist der Mensch: Erst schreit er zu Gott um Hilfe und wenn die Hilfe da ist, wenn der Weg in die Freiheit geöffnet ist, kommen bei der ersten Schwierigkeit Zweifel auf, ob diese Freiheit überhaupt gut ist, wenn sie nicht so angeboten wird, wie es für mich einfach und problemlos ist.
Kennen wir das nicht auch in unserem Leben? Wir wollen frei sein, ja! Wollen wir aber auch den Preis dafür bezahlen? Sind wir bereit, uns dafür einzusetzen? Oder wollen wir sie nicht lieber so geschenkt bekommen, dass sie uns nichts kostet?

Gott ebnet den Israeliten den Weg durch das rote Meer und sie gelangen trockenen Fußes ans andere Ufer. Die Gefahr durch die Ägypter zurückgeholt oder getötet zu werden ist vorbei.
Sie machen die Erfahrung, dass Gott zu seinem Wort steht, dass er sie sicher führt und begleitet.
Ihr Weg führt sie vom roten Meer in die Wüste Schur. 3 Tage später murren die Israeliten wieder, weil das Wasser, das sie fanden bitter war. Und wieder ist Gott bereit ihnen zu helfen, indem er Mose einen Weg zeigt, dem Wasser seine Bitterkeit zu nehmen.
Es ist die zweite Erfahrung des Volkes, dass Gott sich ihrer annimmt.
Sie lagern eine Zeit an einer Oase, an 12 Quellen und 70 Palmen; Von dort brechen sie in die Wüste Sin auf und zweieinhalb Monaten nach ihrem Aufbruch aus Ägypten murren sie zum 3 x, denn es fehlt ihnen an Brot. Wieder ergeht der Vorwurf an Mose und wieder wären ihnen die Fleischtöpfe in der Sklaverei lieber, als die vorübergehende Anstrengung des Weges in ein gelobtes Land.
Gott schickt Brot und lässt alle satt werden, jeden Tag und reichlich!
Zum 3 x machen sie auf dem Weg in die Freiheit die Erfahrung das Gott ihnen hilft.
Nachdem sie des Brotes überdrüssig geworden sind, murren sie wieder und wollen Fleisch. Auch das wird ihnen gewährt.
Und wieder eine Erfahrung dass Gott hört, dass Gott da ist, dass Gott beisteht.

Was will uns diese Erzählung sagen?
Der Weg in die Freiheit, der Weg heraus aus einem Zustand, der uns gefangen hält, hat einen Preis. Er kostet etwas. Nein, nicht Geld, und auch nichts was wir uns verdienen könnten.

 Er kostet zuerst einmal unsere Entschiedenheit und unseren Willen, als freie Menschen leben zu wollen.

 Dann kostet es uns die Mühe des Weges; die Mühe aufzubrechen und unbekanntes Land unter die Füße zu nehmen

 Der Weg in die Freiheit kostet uns die Bereitschaft, uns von alten liebgewordenen Angewohnheiten zu verabschieden
 Sind wir auf dem Weg, brauchen wir auch dort immer wieder die Entschiedenheit weiter zu gehen und uns nicht von Hindernissen abhalten zu lassen

 Wollen wir dem Gott begegnen, der freie Menschen will, braucht es auch unsere Sehnsucht nach Befreiung und innerer Freiheit
Der Gott Israels, der Gott Jesu sehnt sich nach freien Menschen. Dazu hat er uns berufen; dazu sind wir bestimmt. An uns ist es, diese Aufgabe zu erfüllen und frei zu werden von allem, was uns bindet, was uns festhält, uns einengt und daran hindert so zu werden, wie wir von Gott her sein sollten.
Wir sind geboren um zu leben. Aus Gott geboren sind wir, um aus Gott zu leben!

Geboren um zu leben / 1

An den 3 Abenden im Advent werden wir über drei biblische Personen nachdenken. Es sind Abraham, Mose und Jesus. Vielleicht fragen Sie sich: warum gerade diese Menschen? Was haben Abraham und Mose mit dem Advent zu tun?
Es geht um Verheißung und um Befreiung. Und das sind sehr adventliche Themen.
In diesen Wochen hören wir Worte vom Propheten Jesaja, der uns verheißt dass ein Kind kommen wird, das uns befreien wird.
Jedoch beginnt die Verheißung Gottes viel früher, bei Abraham und Sara. Und: Sie ist noch nicht zu Ende, diese Verheißung. Sie wird wahr in jedem Kind, in jedem Menschen, der heute zur Welt kommt. Und: Sie will Wirklichkeit werden in jedem von uns!
Verheißung – Befreiung – Erfüllung. Das ist das große Anliegen Gottes mit seinen Menschen. Das sagen uns jedenfalls die biblischen Erzähler.
Und wir? Kennen wir diese Themen nicht auch in unserem Leben?
Wir werden geboren und kommen in diese Welt mit einer Verheißung, mit einer Lebensbotschaft, mit einer Gottesbotschaft
Sie kennen vermutlich den Satz: „Jedes neugeborene Kind ist die Beweis, das Gott diese Welt nicht aufgegeben hat “

Abraham – Seine Geschichte gehört zu den ältesten der biblischen Erzählungen. Warum erzählen wir sie heute noch? Warum werden die Geschichten seines Lebens heute noch in der Liturgie gelesen? Was haben wir mit den Erfahrungen Abrahams zu tun? An welche Botschaft sollen wir uns erinnern?

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Abraham denken?
• Ein Mann, der von Gott aus seinem Heimatland Ur weggerufen wird und in die Fremde zieht?
• Ein alter Mann, der keine Kinder hat und dem Nachkommen versprochen werden „so zahlreich wie die Sterne am Himmels“?
• Der Mann, der den König belügt, und damit die Ehre seiner Frau aufs Spiel setzt?
• Die Frau Abrahams, die mit über 90 Jahren einen Sohn bekommt?
• Hagar, die Magd Saras, mit der er den ersten Sohn Ismael zeugt?
• Der Vater, der seinen leiblichen Sohn Isaak opfern will?
• Andreij Rubeljows berühmtes Gemälde vom Besuch des dreifachen Gottes unter den Eichen von Mamre?

Abrahams Leben kennt viele Umwege und auch Irrwege. Er ist ein Mensch wie Sie und ich. Er ist der Ur-Vater unseres Glaubens. Es geht nicht um Unfehlbarkeit, es geht nicht um einen schönen, perfekten Lebensweg. Wir alle wissen nur viel zu gut, dass es das nicht gibt; für niemanden in dieser Welt.

Auch der Ur-Vater unseres Glaubens hatte Fragen an seinen Gott,
 er kannte Zweifel an dem, was Gott ihm zugesagt hat
 er haderte mit diesem Gott, weil ein Leben ohne Nachkommen für ihn ein sinnloses Leben war
 er deutete das Anliegen Gottes falsch und glaubte seinen leibhaften Sohn töten zu müssen
 Abraham kannte Angst um sein Leben und erlag der Versuchung durch eine Lüge davonzukommen
 aber er verhandelte auch mit seinem Gott, um der Gerechten willen; er widersprach ihm und setzte sich ein für das Leben!
 er glaubte dem, was Gott ihm zusagte und er handelte!

Abraham war ein Mann der mit Gott lebte. Er glaubte Gott und vertraute ihm. Er redete mit seinem Gott und Gott redete mit ihm. Die Erzählungen lassen uns ahnen, dass es zwischen Gott und Abraham eine lebendige Beziehung gab.

3x wird davon erzählt, dass Gott Abraham Leben verheißt; 3x spricht Gott eine Verheißung aus, 3x sagt er Abraham zu, dass Leben hier und heute beginnt und nicht enden wird.
Abraham ist ein reicher Nomade mit viel Besitz, er hat Herden und Knechte; er ist ein Wanderer, immer unterwegs durch die Steppe, auf der Suche nach guten Weideplätzen für seine Tiere. Er wohnt, arbeitet und schläft unter freiem Himmel.
Und die Bilder, mit denen Gott seine Verheißung zusagt, sind Abraham sehr vertraut: Der Staub der Erde (Gen 13,16) und die Sterne am Himmel (Gen 15,5).
Und noch eines wird mehrmals erwähnt: „Ich will dich zu einer großen Nation machen. Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ (Gen 12, 1-3).
Abraham stellt Gott Fragen, wie eine solche Verheißung wahr werden kann, da er doch keine Kinder hat. Und Gott sagt: „Dein eigener Sohn wird dich beerben. Deine Nachkommen werden so zahlreich sein wie die Sterne am Himmel“ (Gen 15,4).

Abrahams Anteil an dieser Verheißung Gottes wird auch genannt: „Er glaubte dem Herrn und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an“ (Gen 15,6). Gerecht ist, Gott Gott sein zu lassen und seinem Wort Glauben zu schenken.

Dann schließt Gott mit Abraham einen BUND (Gen 15,18), er geht eine Beziehung mit ihm ein, die einer Liebesbeziehung gleich kommt.
Das ist es, was Gott sich für seine Menschen wünscht, das wir eine Beziehung mit ihm eingehen, eine lebendige, eine lebendig-machende Beziehung.
Ihm liegt nicht daran, dass wir Regeln einhalten! Regeln sind für unser menschliches Zusammenleben hilfreich und nötig, aber nicht nützlich für die Beziehung zwischen Gott und uns.
Wenn Gott einen BUND mit uns Menschen schließt kommt das einer Liebeserklärung gleich! Sein Anliegen ist eine Beziehung auf Augenhöhe, wie unter Freunden.
Die Verheißung an Abraham wiederholt Gott noch einmal bei seinem Sohn Isaak.
„Weil Abraham gehört hat, weil er glaubte, was ich ihm verheißen habe, werden deine Nachkommen zahlreich sein wie die Sterne am Himmel. Ihnen werde ich all diese Länder geben. Mit deinen Nachkommen werde ich segnen alle Nationen der Erde.“ (Gen 26,1-6).

Und ein drittes Mal wiederholt Gott seine Verheißung bei Isaaks Sohn Jakob: „Deine Nachkommen werden so zahlreich sein wie der Staub der Erde. Durch dich und deine Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Ich bin mit dir! Ich behüte dich! Ich verlasse dich nicht!“ (Gen 28,13-15)
Das sind Worte eines Gottes, dem wir Menschen am Herzen liegen. So spricht niemand, der sich Diener oder Knechte und Mägde hält.

Schön, mögen Sie nun denken, und was hat das mit meinem Leben zu tun?
Diese Verheißung an Abraham, Isaak und Jakob ergeht nicht nur an sie als Menschen der Anfänge. Diese Verheißung ist ihnen stellvertretend für alle nachgeborenen Menschen zugesagt. Die Worte Gottes gelten auch uns, Ihnen und mir.

Aber die Bilder wollen gedeutet werden. Nachkommen sind nicht nur die leiblichen Söhne und Töchter und das verheißene Land von Ost bis West, von Nord bis Süd ist nicht nur geografisch gemeint. Was Gott uns hier sagen will meint mehr, als das, was wir mit unseren Augen sehen können. Nachkommen, Söhne und Töchter können auch die Früchte sein, die unser Leben hervorbringt.

 Das was wir tun, will fruchtbar werden, will sich vermehren. Gute Taten finden oft Nachahmer, motivieren andere auch Gutes zu tun.

 Das, was wir reden, wirkt auf eigene Weise. Ob es Leben bewirkt, ob es uns und andere lebendiger macht, haben wir selbst in der Hand. Wir entscheiden darüber, was über unsere Lippen kommt und damit entscheiden wir auch darüber ob wir Segen oder Unheil hervorrufen. Auch das sind sozusagen unsere Kinder.

 Und alles beginnt mit unseren Gedanken, mit dem, was wir im Herzen tragen. Es beginnt mit der Frage: „Wovon lasse ich mich berühren und was bewegt mich?“ Was darf in mir wachsen und reifen? Welche Früchte möchte ich denn hervorbringen?

 Mit unseren Gedanken rufen wir Worte hervor. Unsere Worte werden zu Taten. Damit können wir ein ganzes Land beeinflussen. Wir erleben es bei politischen Parteien, bei der Presse genauso wie in Freundeskreis.

Auch uns ist ein Land verheißen – so wie Abraham. Ob wir in ein Land gehen, das fruchtbar ist und uns Leben schenkt, ob wir uns ausbreiten mit unseren guten Gedanken, hängt nicht von Gott ab, sondern von unserem Zutun. Er hat uns alles mit in die Wiege gelegt um in diesem Land Leben zu gestalten. Wie fruchtbar es wird entscheiden wir!
Gott will unser Leben, ein echtes und lebendiges Leben. Darum gibt es uns, darum wurden wir geboren. Aus Gott geboren sind nicht nur Abraham, Isaak und Jakob. Aus Gott geboren ist nicht nur Maria, deren Fest wir heute feiern. Aus Gott geboren sind auch Sie und ich! Aus Gott geboren sind wir alle. Aus Gott geboren sind wir, um aus Gott zu leben!
Sr.M.Josefa op

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